Okt. 5, 2009

Gepostet von in Marketing & Werbung | Keine Kommentare

(Imperial War Museum) Schockierende Werbung ist nichts Schockendes.

(Imperial War Museum) Schockierende Werbung ist nichts Schockendes.

Muss Werbung ein Stück weit schockierend sein, damit die Botschaft ankommt? Ja, wenn damit eine Aufmerksamkeit erzielt wird, die in ein Interesse für die Botschaft selber mündet.

„Um Gottes Willen, nur nicht anecken.“ „Ja nichts Negatives.“ „Wir möchten doch niemanden verschrecken.“ Wer solche Aussagen bezüglich seiner Kommunikation tätigt, der arbeitet in einem Unternehmen, das definitiv zu viel Geld für Kommunikation ausgibt. Ich hatte nämlich einen Auftrag vom Impirial War Museum in London, das so gut wie kein Budget für Werbung hatte. Das einzige, was ich nebst Fakten im Briefing zu hören bekommen habe, war: „Wir müssen mit wenig Geld viel Wirkung erzielen!“ Das war’s.

Den Holocaust Wahnsinn auf einen Punkt gebracht: Gas!

Den Holocaust Wahnsinn auf einen Punkt gebracht: Gas!

Der größte Gaslieferant in Großbritannien National Grid Transco besitzt tausende von babyblauen Transportern, die im ganzen Land unterwegs sind. Neben dem Logo steht nur die Aufschrift „Smell Gas? Call 0800 111999“. „Smell Gas“ ist ein stehender Begriff für Gefahr durch Gas. Und Gas war auch das schrecklichste Werkzeug des Holocaust Wahnsinns. Die wenigen Plakate, die für nur eine Woche in einigen Tube-Stationen Londons hingen, mussten für maximale Aufmerksamkeit sorgen. Bei der Advertising Standard Authority, der Aufsichtsbehörde gegen politisch unkorrekte Werbung, ging keine einzige Beschwerde ein. Dafür war die Ausstellung im Werbezeitraum jeden Tag sehr gut besucht. Ein Schock im volkswirtschaftlichen Sinne hat ja auch positive Wirkungen.

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